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Der Abend beginnt — wie könnte es anders sein — mit
der mitreißenden Ouvertüre zur Operette "Die Fledermaus" (1874) von Johann
Strauss. Dessen Ruf als Walzerkönig war längst gefestigt, als Jacques Offenbach, mit
dem er 1864 zusammengetroffen war, ihn zur Komposition von Operetten anregte, die
Strauss selbst immer als "komische Oper" bezeichnete. 1874 fand die
Uraufführung der "Fledermaus" statt, seiner erfolgreichsten und der wahrscheinlich
bekanntesten Operette überhaupt.
Auch die Sopranarie der Adele "Mein Herr Marquis" darf in einem solchen
Operettenbuquet nicht fehlen, sowie Walzer und Polkas von Strauss.
In bunter Folge bekommen wir auch die beliebtesten Arien und Walzer aus den Operetten
des österreich-ungarischen Komponisten Franz Lehár zu hören, der sich mit "Die
Lustige Witwe" (1905) und "Land des Lächelns" (1929) unsterblich gemacht
hat. Seine letzte Operette "Giuditta" (1934) und Strauss' "Fledermaus"
sind die einzigen Operetten, die auch an den Staatsopern Münchens und Wiens aufgeführt
werden.
Dazwischen mischen sich Operetten-Arien und Walzer auch vom ungarischen Komponisten
Emmerich Kálmán, der nach ersten Erfolgen in Budapest 1908 nach Wien übersiedelt war,
und mit "Die Csárdásfürstin" (1915) und "Gräfin Mariza" (1924) seinen
internationalen Ruhm als Operetten-Komponist begründete. Wie viele jüdische Komponisten
musste er 1938 über Paris nach Amerika emigrieren, konnte aber dort und nach 1949
wieder in Europa nicht an die alten Erfolge anknüpfen.
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